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Anrede ...
Die FDP/GuB-Fraktion wird diesem Haushalt nicht zustimmen.
Ich darf dazu etwas zitieren:
"Es ist schon beklemmende, wenn dieser Ausgleich des Haushalts -
trotz Gewerbesteuerplus - wieder nicht ohne Rücklagenentnahme
gelingen wird!"
Woher stammt dieses Zitat? Aus Dörings Haushaltsrede zum
Haushalt 2008! Hat sich etwas geändert?
Ich darf weiter zitieren:
Es muss eine dringende Erhöhung der allgemeinen Rücklage im
städtischen Haushalt 2009 her; die zu erwartenden
Gewerbesteuereinnahmen sind sehr genau zu beobachten!"
Woher stammt dies?
Aus dem Ausblick für das Jahr 2008 der FDP Peine -
presseöffentlich! Ist die Rücklage erhöht worden?
Mitnichten, sie wird genau wie im letzten Jahr bis auf den Boden
der verpflichtenden Rücklage gefilzt!
Darüber hinaus setzen Bürgermeister und Verwaltung ein weiteres
Signal, das wir für ein falsches Signal halten:
Ein Erhöhung der Grundsteuern und der Gewerbesteuer!
Diese Mehreinnahmen sollen etwa zwei Millionen Euro
bringen.
Es steckt nicht der Wurm in diesem Haushalt, sondern die Raupe
Nimmersatt!
Die Gewerbesteuereinnahmen werden im Jahr 2008 ein mehr von ca.
6 Millionen Euro erbringen; trotz geringerer
Schlüsselzuweisungen bestünde jetzt die Chance, das politisch
und wirtschaftlich richtige Signal zu setzen, nämlich
Grundsteuern und Gewerbesteuer zu senken! Wann denn, wenn nicht
jetzt?
Übrigens, wenn der Kämmerer meint, in der derzeitigen Diskussion
zu staatlichen Eingriffen sei von der FDP nichts zu spüren, darf
ich Folgendes dazu sagen: selbstverständlich bewegt sich bei der
FDP etwas, sie ist grundsätzlich nur sehr schnell, und solche
Bewegungen sind manchem menschlichen Auge nicht erfassbar.
Statt nun, wie hier gefordert, die Steuern zu senken, wird den
Bürgerinnen und Bürgern und den Betrieben kräftig in die Tasche
gegriffen - und 15% Erhöhung bei der Grundsteuer ist eben nicht
bescheiden oder moderat, wie die Verwaltung meint, oder eine
"quantité negliéable", wie manche meinen. Lohnerhöhungen von 8%,
wie derzeit von ver.di gefordert, bezeichnet z.B. außerhalb von
ver.di kein Mensch als moderat.
Wie sieht denn die Wirklichkeit für die Bürgerinnen und Bürger
aus? So sieht sie aus:
... Mieter und Eigenheimbesitzer mussten im Jahr 2008 hohe
Nebenkostensteigerungen in Kauf nehmen - drastisch bei Benzin,
Gas, Öl:
Strompreise stiegen im zweistelligen Prozentbereich, mit
weiteren mindestens 5% ist im Jahr 2009 zu rechnen.
Der durchschnittliche Peiner 4-Personen-Haushalt wird dazu ab
2009 ca. 580 Euro statt bisher 510 Euro für Abwasser zu zahlen
haben, was nach allen Regeln der Kunst nicht zu vermeiden war -
und nun diese Erhöhung - die ist vermeidbar!
Sie ist auch in Anbetracht einer möglichen Rezession im
nächsten Jahr falsch.
Wir hätten in Peine die Möglichkeit klüger vorzugehen - aber tun
es offenbar nicht.
Man hört von Seiten der Mehrheitsfraktion in diesem Zusammenhang
auch das schlagende Argument, dass man ja die Grundsteuer seit 5
Jahren nicht mehr erhöht habe! Das ist prächtig!
Man kennt seit langem bei Lebewesen die sogenannten "innere
Uhren", und die laufen unabhängig von äußeren Einflüssen. Es
muss also wohl bei den Menschen in der hiesigen SPD eine innere
Steuererhöhungsuhr geben, die sich alle 5 Jahre meldet -
unabhängig von äußeren Einflüssen und Entwicklungen.
Wohlgemerkt, eine "Erhöhungsuhr", eine andere ist nicht
vorgesehen.
Die Erhöhung der Gewerbesteuer ist auch deshalb nicht
nachvollziehbar, weil die Stadt Peine im 1. Halbjahr 2008 im
Vergleich zu allen niedersächsischen Städten dadurch einen
Spitzenplatz belegt, dass bei ihr in diesem Haushalt bereits
68,5% der für das gesamte Jahr veranschlagten Gewerbesteuer
verbucht werden konnte.
Die Peiner Träger GmbH fällt mir da ein, die mit
Millionenaufwand hier investiert, auch um die Auflagen zu
erfüllen; auch die Firma Rausch will hier investieren. Wir tun
nahezu alles, um dieses zu ermöglichen. Doch nun dürfen sich
diese Firmen über höhere Gewerbesteuern freuen.
Wir werden um
das "Entheiligen" der Ausgabenseite - wo ja alles immer
unverzichtbar scheint - nicht mehr herumkommen.
An dieser Stelle darf ich, weil dazu von uns immer "Konzepte"
oder "Vorschläge" erwartet werden, etwas festhalten: Wir haben
bestimmte Dinge immer wieder gefordert, nicht angeboten. Und um
einmal die Rollenverteilung erneut zu betonen, es ist zunächst
die Sache der Verwaltung, Vorschläge zu unterbreiten, die wir
prüfen, nicht umgekehrt.
Vor diesem Hintergrund erscheint uns ein Finanz- und
Beteiligungsausschuss, der auch öffentlich ist, mehr als nötig;
ähnlich, wie die CDU es auch fordert...
Kurz, diesem
Haushalts- und Stellenplan wird die FDP/GuB-Fraktion nicht
zustimmen, es sei denn, man lässt in dieser Lage die Finger von
Steuererhöhungen, und lassen Sie mich etwas noch richtig
stellen: Wir lehnen nicht immer alles ab! Dem letzten Haushalt
2008 hat die CDU zugestimmt, die FDP/GuB hat sich enthalten.
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